Sonntag, 25. September 2011

Erste Eindrücke von Thessaloniki

Kalimera! Nachdem ich den ersten tief sitzenden Kulturschock allmählich verdaut habe, gebe ich einfach mal die ersten Eindrücke wider.

Die Busfahrt vom Flughafen war zwar günstig (90 Cent im Vergleich zu 15€ für ein Taxi), aber die Griechen wirkten alle ganz schön gestresst und es war eine gefühlte Ewigkeit in dieser Sauna auf vier Rädern. Ich stieg etwa 2 Kilometer vor der Stadtmitte aus und fand auch fast gleich die Wohnung. Ich wohne also im 5. Stock eines normalen Wohnhauses mit Arthur aus Frankreich und Fruszi aus Ungarn zusammen, mit denen ich auch schon die Stadt ein wenig erkundet habe. Ich habe das kleinste und kühlste Zimmer, allerdings mit nur 50cm Balkon. Außerdem nisten die Tauben über meinem Fenster, weswegen ständig Federn ins Zimmer fliegen. Ab und zu rauschen Flugzeuge im Tiefflug über die Stadt. Das geräuschvollste ist allerdings sowohl ein Lautsprecherwagen der heute Morgen durch die engen Straßen fuhr (und täglich verkündet er wolle Schrott ankaufen) und die wild bis in den Abend diskutierenden älteren Nachbarn. Das Internet in der Wohnung ist auch noch ein ungeklärtes Faktum. Heute Abend treffen wir das Vermieterpärchen und quatschen dann über alles weitere.

Auf dem Weg in die Innenstadt fällt einem erst einmal die militärische Vergangenheit auf. Auf dem Flughafen waren Unmengen an vor sich hinsiechenden Flugzeughangars zu sehen. Außerdem ist hier mitten in der Stadt ein großes Bataillon griechischer Soldaten stationiert. Genau neben dem Campus - und dem Gefängnis.
Die Krise kriegt man hier noch nicht so wirklich mit. Man sieht zwar des Öfteren geschlossene Geschäfte, aber mehr Leerstand als in Chemnitz ist auch nicht zu beobachten. Am Samstagabend war die Innenstadt voller junger Leute, die quasi nur so mit dem Geld um sich geschmissen haben und auch sonst nicht wirklich ärmlich aussahen- vielleicht nur Fassade? Im Golf von Thessaloniki liegen ein gutes Duzend Frachter, die auf das Löschen ihrer Ladung warten; die warten wohl vergeblich. Die Hafenpromenade ist zurzeit eine Katastrophe, da sie von Grund auf erneuert wird.
Das einzige was wirklich nach Krise riecht sind die Preise hier. Bis auf Wasser, Tabak und Fast Food ist hier alles um einiges teurer als in Deutschland- Super-Benzin: 1,69€/Liter; Milch 1,50€/Liter, eine kleine Dose Bier 70 Cent.

Man merkt des Weiteren eine große Antipathie gegen Albaner und Mazedonier. Sie schlagen sich an der Hafenpromenade zusammen mit afrikanischen Flüchtlingen mit dem Verkauf von Spittel und gefälschten Uhren, Sonnenbrillen und Sportschuhen durch. Auch meine Mitbewohnerin scheint den meisten Balkanvölkern von Haus aus nicht sonderlich wohlgesonnen.

Ich genieße heute erst einmal weiter die Sonne und morgen geht‘s dann auf den Oldschool-Campus, der aussieht wie 50mal Weinholdbau nebeneinander. Noch bestreiken und boykottieren die Studenten den Campus.
Ich bin gespannt!



Seaside



Balkon



Meine H00d

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