Zurzeit verfasse ich meinen "Tüchfühlung"-Artikel zu meinem Erasmus-Aufenthalt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich den Bericht zu meiner Reise nach Mazedonien noch immer schuldig bin. Das soll hiermit nachgeholt werden.
Zunächst sei gesagt, dass das Wort "Mazedonien" im Zusammenhang mit dem Balkanstaat in Griechenland verhasst ist. Da eine nordgriechische Provinz Haargenau denselben Namen trägt, ist die Streitigkeit um die Namensrechte seit der Unabhängigkeit des Landes Mazedonien von Jugoslawien entbrannt. Wegen dem Kampf um die Namensrechte, blockiert Griechenland seit längerem die EU-Beitrittsverhandlungen zwischen Brüssel und Skopje. Korrekt heißt dieser Eintrag nunmehr "Nachtrag zum Trip in die ehemalige jugoslawischen Republik Mazedonien (FYROM)". Warum wir ausgerechnet da hingefahren sind, weiß ich bis heute nicht. Zur Hälfte war es die Schuld des mazedonischen Erasmusstudenten Aleksandr, der das Land regelrecht angeprisen hatte. Zum anderen war Romain sofort Feuer und Flamme für die Idee in ein Entwicklungsland zu reisen, wo es billigen Alkohol und allerlei andere Rauschmittel gibt. Und da sich mein lieber Freund Romain auch bei anderen Erasmus-Studenten bester Beliebtheit erfreute, hatte seine Facebook-Veranstaltung so viele Zusagen, dass er sich nach einem Tag unsichtbar schaltete. Wir waren wieder einmal eine riesige Gruppe, die sich an einem Donnerstagnachmittag an der Busstation traf. Besonders herausragend war die 9-köpfige französische Gruppe, die ständig unter sich blieb. Drei Stunden dauerte die Fahrt nach Skopje. An der Grenze erlebten wir ein Desaster da Amr aus Palästina ein ungenügenden Visum hatte (dagleiche wie die Amerikanerin zwar, aber ihr Pass ist anscheinend mehr wert als der von Amr). Amr wurde rausgeholte und am Grenzübertritt gehindert. Normalerweise fährt in so einem Falle die Polizei die betreffende Person nach Hause. Amr allerdings wurde in ein Taxi gesteckt, das er selber bezahlen musste.Wir fuhren traurig weiter...
Von Skopje erwartete ich wenig und wurde mit noch weniger belohnt. Die Stadt ist karg, grau, hässlich und unglaublich grotesk. Neben himmelhohen Statuen von Mutter Theresa und Alexander dem Großen fallen vor allem die Kopien europäischer Denkmäler auf. Ich schwöre, dass die Mazedonier den Reichstag und den Arc de Triomphe exakt kopierten. Zudem fahren die roten Londoner Doppeldeckerbusse durch die Straßen. Ein Gefühl beschlich mich, dass sie halb Europa zusammengeklaut hätten. Hoch über der Stadt konnte man nachts ein riesiges Leuchtendes Kreuz sehen, das von einem Berg auf die herunterleuchtete.
Man merkte sofort, dass die Stadt sehr arm und der Lebensstandard niedrig ist. Nur wenige Leuten tummelten sich in den Straßen... zu sehen gab es wahrlich nicht viel. Wir liefen umher und schauten uns um. Dabei war es bitterkalt bei etwa 2 Grad. Unser Hostel war ziemlich karg und ab vom Schuss, doch wieder der Zufall es so will, traf ich dort auf zwei Rucksacktouristen, die mich etwas perplex begrüßten.
Laut Romain, waren wir nicht in Mazedonien, um uns an den Anblick von Sehenwürdigkeiten sattzusehen. Sondern, um einmal mehr uns günstig zu betrinken. Uns wurde ein Tranceclub feilgeboten, in dem angeblich die beste Party des Monats stattfinden sollte. An Abend waren wir alle sehr matt und nicht so richtig in Stimmung, obwohl es Freitag war. Es kam dann dazu, dass uns verschiedene Arten von Drogen angeboten wurde. Ich lehnte dankend ab. Die Preise wir die Pillen müssen wohl extrem niedrig gewesen sein. Einige von den Franzosen und ein Ire kauften dann 1-2 Tabletten Extasy. Yoann erwischte unfreiwillig Speed. Von da an waren sie nicht mehr zu halten. Sie kamen erst gegen 10 Uhr morgens wieder im Hostel an, hatten keine Sekunde geschlafen und waren immer noch hellwach. Sie erzählten mir, wie sie, als die Party vorbei war, auf Einladung des (besoffenen und zugedröhnten) DJ's mit ihm in seinem klapprigen Fiat zum Nachfeiern in die Vorstadt gefahren sind. Dort haben sie auch die Bekanntschaft mit der Freundin des DJ's gemacht. Aus Eifersucht schmiss er meine Freunde dann jedoch unsanft aus dem Zimmer. Der folgende Tag war gefühlt mit weiteren Storys aus jener Nacht. Die Verrückten...
Die Gruppe spaltete sich und ich ging mit 4-5 von ihnen auf den Markt und später auch was essen. Viele Mazedonier können Deutsch, da sie einst vor dem Krieg, in dem die berühmten UCK-Kämpfer involviert waren, nach Deutschland flohen. Später waren wir in einem riesigen Einkauszentrum, dass den Kontrast zur übrigen Statt weiter ins Groteske zog. Wir deckten uns mit Bier ein, musste die Flaschen aber sogleich verstecken, da es in Mazedonien verboten ist öffentlich Alkohol zu trinken. Wir trafen die anderen und fuhren mit dem Bus in die Heimatstadt Aleksandrs - nach Tetovo. In diesem Nest gab es nichts zu sehen. Es war ohnehin dunkel. Wir zahlten etwa 5 Euro pro Person, um zu zwanzigst (!) in einem 3-Zimmer-Apartment (von den Großeltern eines Freundes Aleksandrs) zu schlafen. Wir glühten mächtig vor (später schlief ich auf einem Sessel in der unbequemsten Position meinen Lebens). Aleksandr ist in seiner Heimatstadt wohl ein großer Fisch. Er nämlich ließ eine Party zu unseren Ehren veranstalten. In einer Turnhalle legten die DJ's guten Dubstep auf. Alle hatten Spaß - bis auf diejenigen die langsam von ihrem vorabendlich Trip herunterkamen.
Den nächsten Tag verbrachten in der mikrigen Wohnung wir bis 18 Uhr (!) mit Ausnüchtern, stellten uns beim Duschen an und gingen auf Nahrungssuche ehe der Bus zurück nach Skopje fuhr. Unser Plan war, die ganze Sonntagnacht durchzumachen, da früh um 6 der Bus nach Thessaloniki fuhr und wir nicht extra ein Hostelzimmer zahlen wollten. Einige schafften es nicht und zogen sich zurück. Wir anderen gingen schick essen und später in einen Klub, der schon um 3 Uhr dichtmachte. Weitere Pläne (Casino, Strip Bar) verliefen der Müdigkeit wegen im Sande. Völlig erschöpft erreichten wir den Bus Richtung Thessaloniki. Bis auf den Moment der Passkontrolle schlief ich die ganze Fahrt durch. Auch vom Tag habe ich quasi nichts mitbekommen. Ein verrückter, ein anstrengender, ein schmutziger Trip war es gewesen.
Greece, dude. Greece!
Donnerstag, 15. März 2012
Montag, 30. Januar 2012
This is: the end.
Viel zu spät werd ich nun über die letzten Tage berichten.
Ein richtig zusammenfassendes Schlusswort über mein Erasmus-Semester und das Auslandsstudium allgemein gibt es erst im April/Mai in dem Campus-Magazin "Tuchfühlung“ zu lesen.
[…]
Am 23.1. nahm ich meinen vorerst letzten Flug von Griechenland nach Hause. Der Abschied dauerte drei volle Tage. Es fühlte sich eher nach Erlösung an und wurde daher sehr exzessiv gefeiert. Aber alles nach dem anderen:
Am Freitag den 13.1. hab ich es nun endlich durchgezogen und bin zusammen mit Anna aus Krakau in das beste Tattoo-Studio der Stadt geschlendert. Typisch Griechisch ließ sich der volle Terminkalender mit einer kurzen Diskussion und einem kurzen Anruf umgehen. Im Studio selbst fühlte ich mich pudelwohl: leckerer Kaffee und guter Tabak, nette Gespräche und ein richtig guter Artist haben mir den Nachmittag echt verschönert. Nachher ging allerdings mein Kreislauf total in den Keller und hat sich mit dem Adrenalin im Körper darum gezankt, wer die Oberhand behält. Glücklicherweise wohnte ich ja mit Neil zusammen, der ja Medizin studiert und mich postwendend zu 5 Litern Wasser und einer riesen Pizza einlud.
Die Tage danach waren geprägt von Tattoo-Pflege und lernen, lernen, lernen. Drei Prüfungen lagen vor mir. Zwei Klausuren und eine mündliche Prüfung. Die schriftlichen Examen entpuppten sich als purer Witz! Einmal ging es um 10 Multiple-Choice-Fragen, für die ich 10 Minuten Zeit hatte. Zum anderen eine Zwei-Stunden-Prüfung, die von einem Hilfswissenschaftler überwacht wurde und bei der wirklich jeder in dieser Klausur beschissen hatte, was das Zeug hielt. Vom iPhone über Script-auf-Schoß bis zum offenen Austausch war alles dabei. Den HiWi hat's nicht gestört auch als hin und wieder das riesige Script von den strammen Beinen unserer post-kommunistischen Lieblingsstudentin aus der Ukraine lautstark auf den Boden der ersten Reihe fiel. Scheißegal. Nicht scheißegal war das Martyrium der ersten Prüfung: Nachdem der gefühlt steinalte Prof gut zwei Stunden zu spät kam, weil er den Schmierzettel mit den Daten der Prüfungstermine versemmelt hatte, musste ich weitere 90 Minuten warten, da es zu viele Studenten für eine Gruppe in der mündlichen Prüfung waren. Derweil machten wir Witze über den Prof, da er tags zuvor gerade von einer "geschäftlichen" Reise aus Paris gekommen war und bestimmt den Jet Lag verdauen musste. Das Lachen blieb uns im Halse stecken, als die erste Gruppe mit bleichen Gesichtern aus dem Büro des Profs für Soziologie des Rechts herauskam und erzählte, dass es verflucht schwer bis unmöglich gewesen sei (4 von 5 hatten bestanden). Und tatsächlich: der gute Herr erzählte erst einmal zu jedem Herkunftsland von uns eine kleine Anekdote, fragte uns irgendwelchen irrelevanten Firlefanz (bei mir ging es um die deutsche kommunistische Partei) und quatschte einfach drauf los, wie unfair die Krise doch Griechenland getroffen hat. Jedenfalls hat er Stoff des ganzen Semesters abgefragt. Meine Aufzeichnungen waren eigentlich gut genug, aber dieses Jura-Kauderwelsch versteht kein Mensch und ein Politikwissenschaftler erst recht nicht, zumal auf Englisch. Irgendwie, keine Ahnung wie, hab ich mich da durchgekämpft, nachdem nach der Hälfte der Zeit jeder von uns versucht hatte, um jede Antwort zu ringen. Am Ende hatte ich 7 von 10 BE; 3 von uns 5 sind durchgefallen. Hier gab es leider keinen Erasmus-Nachsichtsbonus.
Die Abschiedsfeiern danach spiegeln wie gesagt die Erleichterung wieder. In der Woche der Prüfungen, meiner letzten Erasmus-Woche, hab ich kaum das Tageslicht gesehen oder bin weggegangen. Dementsprechend weiß ich von dem Freitag gar nichts mehr und kann daher wenig berichten. Es ging beim Kochen mit Couchsurfern aus Straßburg los, ging im Basement weiter und endete irgendwie auf einer Uni-Party...das war's schon.
Den Samstag werd ich sicherlich nicht vergessen. Nach Entkaterung und einem letzten Spaziergang an der Promenade, wartete eine Überraschungsparty auf mich, von der ich keinen blassen Dunst hatte. Ich lud lediglich 40 Leute ins Basement ein. Daraus wurde aber ein Katz-und-Maus-Spiel meiner Freunde mit mir. Ich hab einigen die Story schon erzählt. Und die, die sie kennen, wissen wir naiv ich war :) Naja, es warteten ca. 60 Leute in der Wohnung von Romain mit einem dicken "Surprise!" auf mich, was mich total sprachlos machte. Toller Abend! Schöne Gespräche, guter Wein, wütende Nachbarn und eine nette Party im Silver Dollar. Am Sonntag ging es dann abends mit dem "harten Kern" in die Taverne. Viel zu viel Essen und Rotwein haben wir uns dort eingeflößt. Es war einfach die totale Völlerei. Es waren wenige Emotionen im Spiel, denn es sind viele Besuchsreisen geplant im Frühjahr/ Sommer.
Ich bin froh wieder da zu sein. Ich weine Griechenland eine Woche danach noch keine Träne hinterher und ich hoffe das bleibt so...
Ein richtig zusammenfassendes Schlusswort über mein Erasmus-Semester und das Auslandsstudium allgemein gibt es erst im April/Mai in dem Campus-Magazin "Tuchfühlung“ zu lesen.
[…]
Am 23.1. nahm ich meinen vorerst letzten Flug von Griechenland nach Hause. Der Abschied dauerte drei volle Tage. Es fühlte sich eher nach Erlösung an und wurde daher sehr exzessiv gefeiert. Aber alles nach dem anderen:
Am Freitag den 13.1. hab ich es nun endlich durchgezogen und bin zusammen mit Anna aus Krakau in das beste Tattoo-Studio der Stadt geschlendert. Typisch Griechisch ließ sich der volle Terminkalender mit einer kurzen Diskussion und einem kurzen Anruf umgehen. Im Studio selbst fühlte ich mich pudelwohl: leckerer Kaffee und guter Tabak, nette Gespräche und ein richtig guter Artist haben mir den Nachmittag echt verschönert. Nachher ging allerdings mein Kreislauf total in den Keller und hat sich mit dem Adrenalin im Körper darum gezankt, wer die Oberhand behält. Glücklicherweise wohnte ich ja mit Neil zusammen, der ja Medizin studiert und mich postwendend zu 5 Litern Wasser und einer riesen Pizza einlud.
Die Tage danach waren geprägt von Tattoo-Pflege und lernen, lernen, lernen. Drei Prüfungen lagen vor mir. Zwei Klausuren und eine mündliche Prüfung. Die schriftlichen Examen entpuppten sich als purer Witz! Einmal ging es um 10 Multiple-Choice-Fragen, für die ich 10 Minuten Zeit hatte. Zum anderen eine Zwei-Stunden-Prüfung, die von einem Hilfswissenschaftler überwacht wurde und bei der wirklich jeder in dieser Klausur beschissen hatte, was das Zeug hielt. Vom iPhone über Script-auf-Schoß bis zum offenen Austausch war alles dabei. Den HiWi hat's nicht gestört auch als hin und wieder das riesige Script von den strammen Beinen unserer post-kommunistischen Lieblingsstudentin aus der Ukraine lautstark auf den Boden der ersten Reihe fiel. Scheißegal. Nicht scheißegal war das Martyrium der ersten Prüfung: Nachdem der gefühlt steinalte Prof gut zwei Stunden zu spät kam, weil er den Schmierzettel mit den Daten der Prüfungstermine versemmelt hatte, musste ich weitere 90 Minuten warten, da es zu viele Studenten für eine Gruppe in der mündlichen Prüfung waren. Derweil machten wir Witze über den Prof, da er tags zuvor gerade von einer "geschäftlichen" Reise aus Paris gekommen war und bestimmt den Jet Lag verdauen musste. Das Lachen blieb uns im Halse stecken, als die erste Gruppe mit bleichen Gesichtern aus dem Büro des Profs für Soziologie des Rechts herauskam und erzählte, dass es verflucht schwer bis unmöglich gewesen sei (4 von 5 hatten bestanden). Und tatsächlich: der gute Herr erzählte erst einmal zu jedem Herkunftsland von uns eine kleine Anekdote, fragte uns irgendwelchen irrelevanten Firlefanz (bei mir ging es um die deutsche kommunistische Partei) und quatschte einfach drauf los, wie unfair die Krise doch Griechenland getroffen hat. Jedenfalls hat er Stoff des ganzen Semesters abgefragt. Meine Aufzeichnungen waren eigentlich gut genug, aber dieses Jura-Kauderwelsch versteht kein Mensch und ein Politikwissenschaftler erst recht nicht, zumal auf Englisch. Irgendwie, keine Ahnung wie, hab ich mich da durchgekämpft, nachdem nach der Hälfte der Zeit jeder von uns versucht hatte, um jede Antwort zu ringen. Am Ende hatte ich 7 von 10 BE; 3 von uns 5 sind durchgefallen. Hier gab es leider keinen Erasmus-Nachsichtsbonus.
Die Abschiedsfeiern danach spiegeln wie gesagt die Erleichterung wieder. In der Woche der Prüfungen, meiner letzten Erasmus-Woche, hab ich kaum das Tageslicht gesehen oder bin weggegangen. Dementsprechend weiß ich von dem Freitag gar nichts mehr und kann daher wenig berichten. Es ging beim Kochen mit Couchsurfern aus Straßburg los, ging im Basement weiter und endete irgendwie auf einer Uni-Party...das war's schon.
Den Samstag werd ich sicherlich nicht vergessen. Nach Entkaterung und einem letzten Spaziergang an der Promenade, wartete eine Überraschungsparty auf mich, von der ich keinen blassen Dunst hatte. Ich lud lediglich 40 Leute ins Basement ein. Daraus wurde aber ein Katz-und-Maus-Spiel meiner Freunde mit mir. Ich hab einigen die Story schon erzählt. Und die, die sie kennen, wissen wir naiv ich war :) Naja, es warteten ca. 60 Leute in der Wohnung von Romain mit einem dicken "Surprise!" auf mich, was mich total sprachlos machte. Toller Abend! Schöne Gespräche, guter Wein, wütende Nachbarn und eine nette Party im Silver Dollar. Am Sonntag ging es dann abends mit dem "harten Kern" in die Taverne. Viel zu viel Essen und Rotwein haben wir uns dort eingeflößt. Es war einfach die totale Völlerei. Es waren wenige Emotionen im Spiel, denn es sind viele Besuchsreisen geplant im Frühjahr/ Sommer.
Ich bin froh wieder da zu sein. Ich weine Griechenland eine Woche danach noch keine Träne hinterher und ich hoffe das bleibt so...
Mittwoch, 11. Januar 2012
twelve days left.
Ich wünschte, ich hätte mehr zu berichten als "twelve days left".
Meine Reisen in die Klosterregion und nach Athen musste ich leider aus zeittechnischen Gründen absagen. Zurzeit konzentriert sich alles wider Erwarten auf das Lernen. Drei Examen stehen ins Haus, die wohl nächsten Donnerstag und Freitag abgehalten werden. So hoffe ich, da ich danach keine Zeit mehr habe. Meine Abreise steht, wie oben angegeben, bald ins Haus. Dazu kommt noch eine Hausarbeit, wo mir weder das fertige Thema, noch die Deadline, noch die angeforderten Formalitäten bekannt sind. Ohhh, Greece!
So langsam trudeln alle Erasmus-Menschen wieder in Thessaloniki ein und wundern sich, warum ich lerne. Manche werden schnell von der Realität eingeholt; und zwar mit dem Bewusstsein, dass ja nächste Woche die Prüfungszeit losgeht. Yoann und Amr sind heute von ihrer dreiwöchigen Tour durch Europa wiedergekommen (Thessaloniki-Mailand-Marseille-Malta-Porto-Lissabon-Valencia-Rom-Thessaloniki). War natürlich total krass, allerdings wird Amr ein Fach nicht bestehen, weil er zu einer Prüfung nicht da war. Erasmus hat eben zwei Seiten. Die Zweite sollte man nicht unterschätzen. [Falls ich aber ein Examen verhauen sollte und somit meine 20 Soll-Credits nicht erreiche, werde ich dem Erasmus-Programm keinen müden Cent zurückzahlen (denn das wäre die Sanktion).]
Meine Schreibkreativität lässt langsam nach, was darauf zurückzuführen ist, dass ich übermäßig lerne. Nun denn. Die ersten Partys habe ich schon abgesagt. Freitag und Samstag ist aber wieder Bambule. Ich darf schon eine kleine Neuerung an mir ankündigen. Ob ich es durchziehe, vermag ich nicht zu sagen. Freitagabend weiß ich es aber :)
Was noch...achja! Ich bin nun heute wieder mal umgezogen!! Das letzte Mal hoffe ich. Von Jean-Noel ging es eine Straße weiter zu Neil aus Nebraska. Er ist stattliche 2m groß und studiert Medizin. Ich kannte ihn schon vorher sehr gut. Wir waren zuletzt bei einem Basketballspiel von PAOK Saloniki, was ziemlich unterhaltsam war, da die griechischen Fans einen besonderen Hang zum Fluchen haben. Wie dem auch sei, ich kann vom Balkon meiner neuen Bleibe das Meer sehen und von hier aus direkt meine Jogging-Runden an der Promenade drehen. Das heißt...wenn ich nicht gerade lernen muss.
[Zu guter Letzt: Die Zeit drängt! Nur noch 3 Wochen bis Nürnberg und die Wohnungssuche verläuft relativ schleppend. Ich hätte eine Zusage für März, aber damit habe ich nicht viel gewonnen. Entweder ich finde noch was für Februar oder ein neues Angebot für beide Monate. Ich freue mich schon sehr darauf, auch wenn ich hoffe, dass mich der Kontrast von Erasmus und seriöser Arbeit nicht gleich umbringt. :)]
Schade, dass die letzte Zeit hier nicht so fruchtvoll ist. Der geneigte Leser denkt sich aber bestimmt: "spinnt der?!". Ja, ich hatte eine tolle Zeit und ich möchte keinen Moment missen, aber die Luft ist raus und der halbwegs seriöse Alltag hat mich nunmehr auch erreicht.
Ich schaue nach vorn. Erasmus 4 Life, aber bitte nur max. ein Semester! :)
Meine Reisen in die Klosterregion und nach Athen musste ich leider aus zeittechnischen Gründen absagen. Zurzeit konzentriert sich alles wider Erwarten auf das Lernen. Drei Examen stehen ins Haus, die wohl nächsten Donnerstag und Freitag abgehalten werden. So hoffe ich, da ich danach keine Zeit mehr habe. Meine Abreise steht, wie oben angegeben, bald ins Haus. Dazu kommt noch eine Hausarbeit, wo mir weder das fertige Thema, noch die Deadline, noch die angeforderten Formalitäten bekannt sind. Ohhh, Greece!
So langsam trudeln alle Erasmus-Menschen wieder in Thessaloniki ein und wundern sich, warum ich lerne. Manche werden schnell von der Realität eingeholt; und zwar mit dem Bewusstsein, dass ja nächste Woche die Prüfungszeit losgeht. Yoann und Amr sind heute von ihrer dreiwöchigen Tour durch Europa wiedergekommen (Thessaloniki-Mailand-Marseille-Malta-Porto-Lissabon-Valencia-Rom-Thessaloniki). War natürlich total krass, allerdings wird Amr ein Fach nicht bestehen, weil er zu einer Prüfung nicht da war. Erasmus hat eben zwei Seiten. Die Zweite sollte man nicht unterschätzen. [Falls ich aber ein Examen verhauen sollte und somit meine 20 Soll-Credits nicht erreiche, werde ich dem Erasmus-Programm keinen müden Cent zurückzahlen (denn das wäre die Sanktion).]
Meine Schreibkreativität lässt langsam nach, was darauf zurückzuführen ist, dass ich übermäßig lerne. Nun denn. Die ersten Partys habe ich schon abgesagt. Freitag und Samstag ist aber wieder Bambule. Ich darf schon eine kleine Neuerung an mir ankündigen. Ob ich es durchziehe, vermag ich nicht zu sagen. Freitagabend weiß ich es aber :)
Was noch...achja! Ich bin nun heute wieder mal umgezogen!! Das letzte Mal hoffe ich. Von Jean-Noel ging es eine Straße weiter zu Neil aus Nebraska. Er ist stattliche 2m groß und studiert Medizin. Ich kannte ihn schon vorher sehr gut. Wir waren zuletzt bei einem Basketballspiel von PAOK Saloniki, was ziemlich unterhaltsam war, da die griechischen Fans einen besonderen Hang zum Fluchen haben. Wie dem auch sei, ich kann vom Balkon meiner neuen Bleibe das Meer sehen und von hier aus direkt meine Jogging-Runden an der Promenade drehen. Das heißt...wenn ich nicht gerade lernen muss.
[Zu guter Letzt: Die Zeit drängt! Nur noch 3 Wochen bis Nürnberg und die Wohnungssuche verläuft relativ schleppend. Ich hätte eine Zusage für März, aber damit habe ich nicht viel gewonnen. Entweder ich finde noch was für Februar oder ein neues Angebot für beide Monate. Ich freue mich schon sehr darauf, auch wenn ich hoffe, dass mich der Kontrast von Erasmus und seriöser Arbeit nicht gleich umbringt. :)]
Schade, dass die letzte Zeit hier nicht so fruchtvoll ist. Der geneigte Leser denkt sich aber bestimmt: "spinnt der?!". Ja, ich hatte eine tolle Zeit und ich möchte keinen Moment missen, aber die Luft ist raus und der halbwegs seriöse Alltag hat mich nunmehr auch erreicht.
Ich schaue nach vorn. Erasmus 4 Life, aber bitte nur max. ein Semester! :)
Dienstag, 3. Januar 2012
Back in Greece again!
Zurzeit ist nicht viel los in Griechenland (was Politik betrifft), in Thessaloniki (was das lebendige Flair betrifft) oder in Erasmus (ihr wisst schon).
Als ich am 30.12. gelandet bin (die Reisedetails spar ich mir mal) war es grau, trübe und ziemlich frisch. Ich hatte mich sehr auf meine Rückkehr gefreut, auch weil ich mit dem ganzen Weihnachts-Klimm-Bimm dieses Jahr nicht viel anfangen konnte - so ganz ohne Vorweihnachtszeit. [Es war trotzdem schön zu Hause zu sein, so viele Leute zu treffen und die eine oder andere Party mitzunehmen. Auch meine alte WG und die Dolphins hatte ich ja mehrere Male aufgesucht. Nichtsdestotrotz waren es relativ stressige zwölf Tage für mich daheim, deshalb genieße ich gerade die friedliche Ruhe der griechischen Post-Weihnachtszeit.]
Wie gesagt, es sind hier nicht gerade viele Leute übrig geblieben. Mit den Verbliebenen feierte ich dann noch einen sehr schönen Silvester-Abend, auch wenn es (ich übertreibe sicherlich) ein sehr Gediegener war. Vorher stand ich recht früh auf, um noch ein paar Einkäufe zu tätigen. Auf dem Markt hab ich mich dann gleich mal ausgelebt und haufenweise Gemüse, Brot und was weiß der Geier nicht noch alles gekauft. Auf dem Markt selbst war die Hölle los- weit aus mehr als üblich! Vor allem beim Bäcker war Anarchie angesagt. Man prügelte sich um einen großen, flachen Kuchen, der mit einem aus Zuckerguss bestehenden "2012" versehen war. Später erfuhr ich, dass sich in dem Teig ein Zwei-Euro-Stück verbirgt und dass derjenige, der das Stück mit der Münze bekommt, wohl besonders viel Glück im neuen Jahr erhält. Naja, erstens hab ich das Geldstück nicht erwischt und zweitens war der Kuchen geschmacklich auch so lala! Auf dem Rückweg vom Supermarkt, in welchem ich eine Flasche günstigen und am Ende sogar recht guten Sekt ergattert hatte, machte sich mein Magen bemerkbar. So hielt ich Ausschau nach der nächsten Fressbude. Meine Aufmerksamkeit fiel sogleich auf einen schön großen Grill auf dem Trottoir, der reich bestückt mit Souvlaki-Spießen war. Von der Mischung aus einem Fleisch-Zitronen-Duft und der Aussicht auf ein schnelles Mittagessen angelockt, trat ich näher und grüßte den Grillmeister mit einem freundlichen "Yassu!". Der ältere Herr musterte mich blöde mit einem Blick, der so in etwa sagte "ähm hallo...und was willste?!". Nach einem 5-sekündigen Wortwechsel zog ich mit einem dicken F für "Fail" auf der Stirn davon. Aufklärung gab spätestens ein Streifzug durch das Viertel danach. Es gehört zur netten Tradition mal eben einen Grill, Brot, Wein und haufenweise Fleisch auf den Bürgersteig zu stellen und seine Dudes einzuladen, um den Nachmittag ohne Frau, dafür mit Alkohol und Fleisch zu füllen. Die Angefressenheit, nicht eingeladen gewesen zu sein, spricht immer noch aus mir.
Vor der Silvester-Party bereitete ich noch schnell ein paar gut deutsche Schnitzel vor, natürlich doppelt paniert, denn ich war zum Abendessen in einer lettisch, slowakisch, ukrainischen Mädels-WG eingeladen. Es stellte sich heraus, dass ich der erste männliche Gast (unvorstellbar!!) war, worüber man sich kräftig ausließ. Um kurz vor elf schlugen wir dann in der Wohnung von Alexander, einem deutsch-griechischem Medizinstudenten aus Leipzig, auf. Viele hübsche Frauen und unbekannte Gesichter traf ich dort an. Einige waren nur zu Besuch, z.B. ein Engländer und eine Finnin. Das Feuerwerk war äußerst spärlich- ausgesprochen spärlich. Knappe fünf Minuten wurden ein paar fette Raketen hochgejagt und das war‘s dann schon gewesen. Naja. Danach wurde es langsam eklig. Ich spar mir die Einzelheiten, aber manche Leute vertragen einfach nix. Armer Alexander. Naja, wir beschlossen (okay wir "wurden gegangen") nach Ladadika, dem Kneipenviertel der Stadt, zu gehen. Weil sich die Meute vor dem Haus wie immer nicht einig wurde, ging ich mit der erstbesten Gruppe in Richtung „8-Ball“, unserem Stammclub. Die serbisch-polnische Gruppe war sich dann trotzdem unsicher und nach einer Irrfahrt durch 3-4 andere Kneipen fand ich mich alleine wieder. Die 10 € Eintritt für den 8-Ball umging ich, indem ich einfach am Einlass vorbeigelaufen bin, als ginge es mich nichts an. Was folgte war Tanz und Trunkenheit bis 8Uhr morgens.
Die nächsten zwei Tage war die Stadt wie im Winterschlaf. Keine Geschäfte geöffnet, nicht mal die Fast-Food-Dinger waren auf. Ein paar Spaziergänge folgten. Langsam trudeln die ersten Erasmus-Menschen wieder ein. Auch Romain(!!) kommt wieder, "leider" aber mit Freundin. Zurzeit gastiere ich bei Jean-Noel, der Weihnachten in Athen und Silvester in Istanbul verbrachte und der mich richtig neidisch mit seinen Erzählungen machte. Mein Reisehunger ist damit wieder geweckt und ich kann‘s kaum erwarten meinen Couch-Surfer-Account endlich in Realität umzusetzen.
Wie ihr wisst habe ich ja nun keine feste Wohnung mehr. Ich war‘s einfach leid mit anzusehen wie ich abseits in einer teuren und langweiligen WG verschimmle. Nun habe ich vier Tage in Romains Wohnung verbracht. Da er morgen mit seiner Freundin zurückkehrt, werde ich wohl rausgeschmissen. Aber ich kann mein Zeug bei Jean-Noels und Amrs Wohnung ablegen und auch bis mindestens bis zum 12.1. dort pennen, weil keiner da ist. Ich habe mir nun vorgenommen in Thessaloniki das Couchsurfen zu starten. Das Hauptquartier bei Jean-Noel besitzend, ziehe ich dann mit dem Rucksack von A nach B und übernachte bei Daan (NL), Maria (USA), Neil (USA), Thies (D), Friedemann (D), .... mal sehen. Außerdem will ich bei ein paar Griechen nächtigen und nach Athen muss ich ja auch noch - wohl mit Isaac (BEL). Ich habe also viel vor. Noch 19 Tage.
Als ich am 30.12. gelandet bin (die Reisedetails spar ich mir mal) war es grau, trübe und ziemlich frisch. Ich hatte mich sehr auf meine Rückkehr gefreut, auch weil ich mit dem ganzen Weihnachts-Klimm-Bimm dieses Jahr nicht viel anfangen konnte - so ganz ohne Vorweihnachtszeit. [Es war trotzdem schön zu Hause zu sein, so viele Leute zu treffen und die eine oder andere Party mitzunehmen. Auch meine alte WG und die Dolphins hatte ich ja mehrere Male aufgesucht. Nichtsdestotrotz waren es relativ stressige zwölf Tage für mich daheim, deshalb genieße ich gerade die friedliche Ruhe der griechischen Post-Weihnachtszeit.]
Wie gesagt, es sind hier nicht gerade viele Leute übrig geblieben. Mit den Verbliebenen feierte ich dann noch einen sehr schönen Silvester-Abend, auch wenn es (ich übertreibe sicherlich) ein sehr Gediegener war. Vorher stand ich recht früh auf, um noch ein paar Einkäufe zu tätigen. Auf dem Markt hab ich mich dann gleich mal ausgelebt und haufenweise Gemüse, Brot und was weiß der Geier nicht noch alles gekauft. Auf dem Markt selbst war die Hölle los- weit aus mehr als üblich! Vor allem beim Bäcker war Anarchie angesagt. Man prügelte sich um einen großen, flachen Kuchen, der mit einem aus Zuckerguss bestehenden "2012" versehen war. Später erfuhr ich, dass sich in dem Teig ein Zwei-Euro-Stück verbirgt und dass derjenige, der das Stück mit der Münze bekommt, wohl besonders viel Glück im neuen Jahr erhält. Naja, erstens hab ich das Geldstück nicht erwischt und zweitens war der Kuchen geschmacklich auch so lala! Auf dem Rückweg vom Supermarkt, in welchem ich eine Flasche günstigen und am Ende sogar recht guten Sekt ergattert hatte, machte sich mein Magen bemerkbar. So hielt ich Ausschau nach der nächsten Fressbude. Meine Aufmerksamkeit fiel sogleich auf einen schön großen Grill auf dem Trottoir, der reich bestückt mit Souvlaki-Spießen war. Von der Mischung aus einem Fleisch-Zitronen-Duft und der Aussicht auf ein schnelles Mittagessen angelockt, trat ich näher und grüßte den Grillmeister mit einem freundlichen "Yassu!". Der ältere Herr musterte mich blöde mit einem Blick, der so in etwa sagte "ähm hallo...und was willste?!". Nach einem 5-sekündigen Wortwechsel zog ich mit einem dicken F für "Fail" auf der Stirn davon. Aufklärung gab spätestens ein Streifzug durch das Viertel danach. Es gehört zur netten Tradition mal eben einen Grill, Brot, Wein und haufenweise Fleisch auf den Bürgersteig zu stellen und seine Dudes einzuladen, um den Nachmittag ohne Frau, dafür mit Alkohol und Fleisch zu füllen. Die Angefressenheit, nicht eingeladen gewesen zu sein, spricht immer noch aus mir.
Vor der Silvester-Party bereitete ich noch schnell ein paar gut deutsche Schnitzel vor, natürlich doppelt paniert, denn ich war zum Abendessen in einer lettisch, slowakisch, ukrainischen Mädels-WG eingeladen. Es stellte sich heraus, dass ich der erste männliche Gast (unvorstellbar!!) war, worüber man sich kräftig ausließ. Um kurz vor elf schlugen wir dann in der Wohnung von Alexander, einem deutsch-griechischem Medizinstudenten aus Leipzig, auf. Viele hübsche Frauen und unbekannte Gesichter traf ich dort an. Einige waren nur zu Besuch, z.B. ein Engländer und eine Finnin. Das Feuerwerk war äußerst spärlich- ausgesprochen spärlich. Knappe fünf Minuten wurden ein paar fette Raketen hochgejagt und das war‘s dann schon gewesen. Naja. Danach wurde es langsam eklig. Ich spar mir die Einzelheiten, aber manche Leute vertragen einfach nix. Armer Alexander. Naja, wir beschlossen (okay wir "wurden gegangen") nach Ladadika, dem Kneipenviertel der Stadt, zu gehen. Weil sich die Meute vor dem Haus wie immer nicht einig wurde, ging ich mit der erstbesten Gruppe in Richtung „8-Ball“, unserem Stammclub. Die serbisch-polnische Gruppe war sich dann trotzdem unsicher und nach einer Irrfahrt durch 3-4 andere Kneipen fand ich mich alleine wieder. Die 10 € Eintritt für den 8-Ball umging ich, indem ich einfach am Einlass vorbeigelaufen bin, als ginge es mich nichts an. Was folgte war Tanz und Trunkenheit bis 8Uhr morgens.
Die nächsten zwei Tage war die Stadt wie im Winterschlaf. Keine Geschäfte geöffnet, nicht mal die Fast-Food-Dinger waren auf. Ein paar Spaziergänge folgten. Langsam trudeln die ersten Erasmus-Menschen wieder ein. Auch Romain(!!) kommt wieder, "leider" aber mit Freundin. Zurzeit gastiere ich bei Jean-Noel, der Weihnachten in Athen und Silvester in Istanbul verbrachte und der mich richtig neidisch mit seinen Erzählungen machte. Mein Reisehunger ist damit wieder geweckt und ich kann‘s kaum erwarten meinen Couch-Surfer-Account endlich in Realität umzusetzen.
Wie ihr wisst habe ich ja nun keine feste Wohnung mehr. Ich war‘s einfach leid mit anzusehen wie ich abseits in einer teuren und langweiligen WG verschimmle. Nun habe ich vier Tage in Romains Wohnung verbracht. Da er morgen mit seiner Freundin zurückkehrt, werde ich wohl rausgeschmissen. Aber ich kann mein Zeug bei Jean-Noels und Amrs Wohnung ablegen und auch bis mindestens bis zum 12.1. dort pennen, weil keiner da ist. Ich habe mir nun vorgenommen in Thessaloniki das Couchsurfen zu starten. Das Hauptquartier bei Jean-Noel besitzend, ziehe ich dann mit dem Rucksack von A nach B und übernachte bei Daan (NL), Maria (USA), Neil (USA), Thies (D), Friedemann (D), .... mal sehen. Außerdem will ich bei ein paar Griechen nächtigen und nach Athen muss ich ja auch noch - wohl mit Isaac (BEL). Ich habe also viel vor. Noch 19 Tage.
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Der Anfang vom Ende (Paraka-fucking-lo)
Servus.
Ich gestehe demütig ein, dass ich seit längerem nichts mehr gepostet habe. Es ist natürlich nicht so, dass hier nichts passiert wäre oder ich nichts erlebt hätte, was nicht wert wäre, niedergeschrieben zu werden. Mit Faulheit hat es auch weniger zu tun. Denn je näher der Tag der (ersten) Abreise zurück nach Hause rückt, desto mehr stellen sich die Gedanken der Heimkehr in den Vordergrund. Ich denke, die Erasmus-Studenten, die dies hier lesen, teilen diese Erfahrung. Die Tage werden nicht länger. Nein. Sie werden in der Tat immer kürzer. Die Wochen rasen nur so dahin. Nach meinem ersten Examen letzte Woche habe ich das besonders intensiv gespürt. Auch die Gespräche mit den anderen versteifen sich immer mehr auf die Themen "Datum der Abreise, Datum der Rückkehr" und dann natürlich auf den schlimmsten Punkt: "Und wann kehrst du endgültig zurück?". Augenscheinlich bin ich einer der ersten Rückkehrer, was für diejenigen, die noch bis zum Ende des Semesters bleiben und insbesondere für die, die noch bis Ende Juni in Griechenland verweilen, ein ständiger Grund für Melancholie oder umgekehrt ein Grund für Spott ist. Das Schicksal wollte es so, dass ich die engsten Freunde bei denjenigen gefunden habe, die für zwei Semester bleiben. Ein gemeinsamer Trip nach Ostdeutschland, Tschechien und Polen ist schon längst geplant. Auch meine Reise nach Paris und Rennes im Sommer ist schon in trockenen Tüchern. Also alles kein Grund für Wehmut und Schwermütigkeit. Obwohl man bei der ersten Verabschiedung für Weihnachten schon ein mulmiges Magengefühl hat.
Ich freue mich dennoch darauf nach KMS zurückzukehren. Wir sehen uns dann dort würde ich sagen! Stichtag: Montag, der 19.12. :)
Salute!
P.S.: Alle, die auf einen ausführlichen Reisebericht von meinem Trip nach Skopje & Tetovo (Mazedonien) hofften, muss ich leider vertrösten. Vielleicht werde ich ihn noch schnell verfassen. Doch erstens ist dieser Trip zu verrückt gewesen, um ihn eben mal abzutippen und zweitens liegt es wohl nahe ihn ausführlich mündlich überliefern. Parakalo.
Ich gestehe demütig ein, dass ich seit längerem nichts mehr gepostet habe. Es ist natürlich nicht so, dass hier nichts passiert wäre oder ich nichts erlebt hätte, was nicht wert wäre, niedergeschrieben zu werden. Mit Faulheit hat es auch weniger zu tun. Denn je näher der Tag der (ersten) Abreise zurück nach Hause rückt, desto mehr stellen sich die Gedanken der Heimkehr in den Vordergrund. Ich denke, die Erasmus-Studenten, die dies hier lesen, teilen diese Erfahrung. Die Tage werden nicht länger. Nein. Sie werden in der Tat immer kürzer. Die Wochen rasen nur so dahin. Nach meinem ersten Examen letzte Woche habe ich das besonders intensiv gespürt. Auch die Gespräche mit den anderen versteifen sich immer mehr auf die Themen "Datum der Abreise, Datum der Rückkehr" und dann natürlich auf den schlimmsten Punkt: "Und wann kehrst du endgültig zurück?". Augenscheinlich bin ich einer der ersten Rückkehrer, was für diejenigen, die noch bis zum Ende des Semesters bleiben und insbesondere für die, die noch bis Ende Juni in Griechenland verweilen, ein ständiger Grund für Melancholie oder umgekehrt ein Grund für Spott ist. Das Schicksal wollte es so, dass ich die engsten Freunde bei denjenigen gefunden habe, die für zwei Semester bleiben. Ein gemeinsamer Trip nach Ostdeutschland, Tschechien und Polen ist schon längst geplant. Auch meine Reise nach Paris und Rennes im Sommer ist schon in trockenen Tüchern. Also alles kein Grund für Wehmut und Schwermütigkeit. Obwohl man bei der ersten Verabschiedung für Weihnachten schon ein mulmiges Magengefühl hat.
Ich freue mich dennoch darauf nach KMS zurückzukehren. Wir sehen uns dann dort würde ich sagen! Stichtag: Montag, der 19.12. :)
Salute!
P.S.: Alle, die auf einen ausführlichen Reisebericht von meinem Trip nach Skopje & Tetovo (Mazedonien) hofften, muss ich leider vertrösten. Vielleicht werde ich ihn noch schnell verfassen. Doch erstens ist dieser Trip zu verrückt gewesen, um ihn eben mal abzutippen und zweitens liegt es wohl nahe ihn ausführlich mündlich überliefern. Parakalo.
Montag, 28. November 2011
Herbst ist da
Eine wieder einmal durchlebte Woche liegt hinter mir:
Ausflug nach Ioannina & Metsovo:
Nach dem ereignisreichen Trip nach Athos, zog ich es vor, mich zurückzulehnen und einen vom ESN (European Student Network)- Thessaloniki organisierten Ausflug zu frönen. Dies geschah höchst spontan und meine einzige bekannte Begleitung war Maija aus Lettland. Im Bus waren mir ca. 90% der Leute gänzlich unbekannt, was ein erneutes Indiz ist, wie viele Erasmus-Studenten in Thessaloniki leben.
Ganz gemütlich ging es also in die Berge Nordgriechenlands nach Ioannina- eine mittelgroße Stadt mit einem mittelgroßen See und mittelgroßen Bars, in denen ich meinen ersten Abend verbrachte. Neben einer nicht allzu spannenden archäologischen Stätte und einer großzügigen Stadterkundung, ging es des späten nachmittags auf die idyllische Insel inmitten des schon angesprochenen mittelgroßen Sees. Da es kalt, jedoch auch sonnig war, fand ich mich wieder, wie ich alleine die Insel umrundete. Dabei nahm ich wirklich gelungen Bilder auf, die ihr wie immer auf meinem FB-Profil anschauen könnt :)
Auf der Rückfahrt zum Hotel waren alle querlängs durchgefroren und keiner hatte Lust die 20min von schräg nach links (also vom Hotel zur Innenstadt) zu laufen, um die Bars wieder mit seinen Euros zu Füttern wie die Tiere im Streichelzoo.
Daher kam einer unserer "Lehrer" auf die Idee "let's go to Lidl to buy some cheap alcohol". So kam es dann auch und es war ein Gelage, wie man es zuletzt in der Jugendherberge mit Hinz und Kunz durchlebt hat. Dem Hangover am nächsten Morgen begegnete ich mit Sonnenbrille und einem fröhlichen "Kalimera!", als ich das Frühstücksbuffet betrat.
Danach ging es also nach Metsovo. Einer süßen Bergstadt inmitten von Braunbären, Waldbeeren und Skigebieten. Die Stadt war trotz des Bombenwetters ein verräuchertes Elend. Denn an allen Ecken und Enden wurden riesige Slouvaki-Spieße gegrillt. Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen, mir jene schmecken zu lassen. Nach einem mittelkurzen, zweisamen Spaziergang durch die Stadt waren wir auch schon wieder in Thessaloniki.
Nächster Trip: Mazedonien oder Athen.
Party-Schedule, Kalenderwoche 51:
Ich denke, es ist mal ganz interessant aufzuzeigen, welchen Anforderungen an das Nachtleben ich hier ausgesetzt bin.
1) Mittwoch: Wohnheimparty in Kassandrou. Die erste Wohnheimparty in Kassandrou stand eigentlich unter keinem guten Stern. Denn die Bewohner kennen sich gegenseitig so gut wie gar nicht! Die meisten haben ein Einzelzimmer; eine gemeinsame Küche o.Ä. gibt es auch nicht! Trotzdem waren auf der offiziellen FB-Einladung ca. 40 Leute eingeladen - am Ende waren es gut 80. Zuerst glühte man bei Daan, unserem allerliebsten Entertainer aus Holland, vor. Dann stellte man sich ins Treppenhaus, weil eben besagtes Gemeinschaftszimmer nicht vorhanden war. Mit steigendem Pegel wurde die Party zusehends nach draußen verlagert. Das Erklimmen eines geparkten, weißen Vans (der sich am nächsten Tag als gut getarnter Leichenwagen herausstellte) und eine großanlegte Kissenschlacht folgten. Da meine besten Freunde es vorzogen sich eine weibliche Begleitung für die Nacht zu verschaffen. Ging ich mit Yoann und weiteren bemerkenswert sympathischen Franzosen ins sogenannte "Basement". Diesen perfekt ausgestatteten Party-Keller hatte ein Grieche für Erasmusstudenten eingerichtet, da er seinen eigenen „Erasmus Spirit“ am Leben halten wollte. Er, nun gut 40, war vor 15 Jahren selbst in Spanien und fand es so klasse, dass er nun Kicker, Musikanlage, Fernseher und Bier (für 75Cent, mit Ouzo-Schuss 1€) feilbietet.
Zu Hause um 5.30 Uhr.
2) Donnerstag: Erasmus-Party und Double-Birthday im Figaro.
Es ist einer meiner weniger geliebten Clubs. Daria aus Polen und Lucka aus Tschechien feierten dort ihren Geburtstag - die eine heraus, die andere hinein. „Pre Party“ war dieses Mal im Matsi-Wohnheim, wo so ziemlich die Hälfte meiner engeren Kontakte wohnt. Die Pre Party war, wie jedes Mal, jäh unterbrochen vom Gekeife, einer Rentnerin, die, warum auch immer, auch in diesem Wohnheim lebt und die sich, aufs neue, von unserem gut gelaunten Ambiente gestört wurde. Die halbe Stunde zum Club in klirrender Kälte haben wir dann auch schnell rumbekommen und nach einem Abend, dem ich 6,5 von 10 Sternen gebe, ging ich dann gemütlich meine 5 Minuten nach Hause.
Zu Hause um 5.45 Uhr.
3) Freitag: Campusparty in der Maschbau-Fakultät.
Nachdem uns schon zwei Hangover schachmatt gesetzt hatten, gingen wir es zunächst sehr ruhig an, trafen uns bei Romain, tranken so gut wie nichts und wussten auch nicht wohin uns der Abend trägt. Auf Matsi hatten wir keine Lust und für einen dieser "Fancy Clubs" waren wir zu kaputt. Also gingen wir auf einen 90Cent Double-Hot-Dog am Kamara-Platz, dem Treffpunkt Nummer 1in Thessaloniki und so eine Art Chemnitzer Zenti. Wir endeten nicht weit weg in Friedemanns Wohnung, wo uns sein sichtlich zugekiffter Mitbewohner (Amerikaner mit russischen Wurzeln) und ein mazedonischer Bekannter erwarteten. Nach einigen Runden Bier, süßem Schnaps und 4-5 SMS, die uns Übersicht über die freitagabendliche Lage verschafften, ging es also zum Campus. Jeden Freitag findet dort in der Faculty of Engineering eine typisch griechische 0815-Party statt. Der Laden ist voll, der Alkohol ist günstig und die Musik auch irgendwann erträglich. Man darf sich die Szenerie nicht wie eine typische Mensa-Party mit Organisation, Sitte und Ordnung vorstellen. Organisation: ein paar Studenten, die auflegen und einschenken. Sitte und Ordnung: fehl am Platz. Es hat Tradition, dass die Studenten das ganze Geschehen selbst bestimmen, sodass weder Polizei, noch andere ordnungsbestimmende Subjekte den Zutritt zum Campus wagen. So gehen jedes Mal mehrere Scheiben zu Bruch und die Flure sind übersät mit Graffiti und es interessiert buchstäblich "keine Sau". Die Maschbau-Fakultät ist ein Extrembeispiel, aber so sieht es fast überall aus.
- Zu Hause um 5.00 Uhr.
4) Samstag: Thanksgiving and Spanish Movie Party:
Nachdem ich, im Gegensatz zu den Tagen zuvor, nicht zwischen 14 und 17 Uhr, sondern schon um 11 mit aufgewacht bin, dachte ich mir "was solls" und machte mich sogleich an den Herd, um wie es mein Bandkollege Falko aus Dresden einmal so schön formulierte "Klitscher aus Klotzsche" zu kochen. Denn es war Thanksgiving und Maria aus New York hatte mich und eine breites Portfolio aus west-mitteleuropäischen Landen eingeladen, jenes Fest mit ihr zu zelebrieren. Nach drei Stunden in der Küche und einem spannenden Spiel BVB vs. S04, das ich im Livestream verfolgt hatte, ging es also ans Ende der Stadt in eine gut 65qm große Wohnung, die Maria allein bewohnt (logisch, wenn man ein immenses Stipendium besitzt und bedenkt, dass man über 30min zum Campus braucht). Zu meinen Potatoe-Pancakes gab es zusätzlich noch Corn Soup und Salat, natürlich Turkey, Stuffing, Pumpkin und Rice, Pasta mit Cheese, Smashed Potatoes, Peaches mit Tuna, Cocos Cake und Cheese Cake mit Cheeries. Gott, ich bin immer noch satt! Sichtlich gebeutelt von dieser Völlerei aus Essen, Rotwein und belgischem Bier trieb es uns Männer noch einmal hinaus ins Zentrum. Wir schlugen im Basement auf und nach ein, zwei erfolgreichen Kicker- bzw. Bier-mit-Ouzo-Runden sowie einem seltsamen Gespräch mit einem gut 40 Jahre alten Spanier, führte uns der SMS-Verkehr zu einer spanischen Party. Endlich eine Party in einem dieser berühmten „Spanish Flats“. Die Spanier hatten irgendwie das Motto verfehlt. Das eigentliche war "Filmcharaktere", aber es sah eher nach einer Bad Taste Party aus, zu der es ausschließlich spanische Musik hagelte. Der Lärmpegel war überaus hoch! In anderen Wohnungen wäre um 23 Uhr schon längst entweder die Polizei oder der 80 Jahre alte Nachbar mit Pyjama und Besen erschienen. Insgesamt war es irgendwie so grotesk und witzig, dass wir uns bis 6.30 Uhr am Leben hielten und ich nach einem letzten 90-Cent-Hot-Dog schließlich
um 7.00 Uhr zu Hause war.
Ausflug nach Ioannina & Metsovo:
Nach dem ereignisreichen Trip nach Athos, zog ich es vor, mich zurückzulehnen und einen vom ESN (European Student Network)- Thessaloniki organisierten Ausflug zu frönen. Dies geschah höchst spontan und meine einzige bekannte Begleitung war Maija aus Lettland. Im Bus waren mir ca. 90% der Leute gänzlich unbekannt, was ein erneutes Indiz ist, wie viele Erasmus-Studenten in Thessaloniki leben.
Ganz gemütlich ging es also in die Berge Nordgriechenlands nach Ioannina- eine mittelgroße Stadt mit einem mittelgroßen See und mittelgroßen Bars, in denen ich meinen ersten Abend verbrachte. Neben einer nicht allzu spannenden archäologischen Stätte und einer großzügigen Stadterkundung, ging es des späten nachmittags auf die idyllische Insel inmitten des schon angesprochenen mittelgroßen Sees. Da es kalt, jedoch auch sonnig war, fand ich mich wieder, wie ich alleine die Insel umrundete. Dabei nahm ich wirklich gelungen Bilder auf, die ihr wie immer auf meinem FB-Profil anschauen könnt :)
Auf der Rückfahrt zum Hotel waren alle querlängs durchgefroren und keiner hatte Lust die 20min von schräg nach links (also vom Hotel zur Innenstadt) zu laufen, um die Bars wieder mit seinen Euros zu Füttern wie die Tiere im Streichelzoo.
Daher kam einer unserer "Lehrer" auf die Idee "let's go to Lidl to buy some cheap alcohol". So kam es dann auch und es war ein Gelage, wie man es zuletzt in der Jugendherberge mit Hinz und Kunz durchlebt hat. Dem Hangover am nächsten Morgen begegnete ich mit Sonnenbrille und einem fröhlichen "Kalimera!", als ich das Frühstücksbuffet betrat.
Danach ging es also nach Metsovo. Einer süßen Bergstadt inmitten von Braunbären, Waldbeeren und Skigebieten. Die Stadt war trotz des Bombenwetters ein verräuchertes Elend. Denn an allen Ecken und Enden wurden riesige Slouvaki-Spieße gegrillt. Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen, mir jene schmecken zu lassen. Nach einem mittelkurzen, zweisamen Spaziergang durch die Stadt waren wir auch schon wieder in Thessaloniki.
Nächster Trip: Mazedonien oder Athen.
Party-Schedule, Kalenderwoche 51:
Ich denke, es ist mal ganz interessant aufzuzeigen, welchen Anforderungen an das Nachtleben ich hier ausgesetzt bin.
1) Mittwoch: Wohnheimparty in Kassandrou. Die erste Wohnheimparty in Kassandrou stand eigentlich unter keinem guten Stern. Denn die Bewohner kennen sich gegenseitig so gut wie gar nicht! Die meisten haben ein Einzelzimmer; eine gemeinsame Küche o.Ä. gibt es auch nicht! Trotzdem waren auf der offiziellen FB-Einladung ca. 40 Leute eingeladen - am Ende waren es gut 80. Zuerst glühte man bei Daan, unserem allerliebsten Entertainer aus Holland, vor. Dann stellte man sich ins Treppenhaus, weil eben besagtes Gemeinschaftszimmer nicht vorhanden war. Mit steigendem Pegel wurde die Party zusehends nach draußen verlagert. Das Erklimmen eines geparkten, weißen Vans (der sich am nächsten Tag als gut getarnter Leichenwagen herausstellte) und eine großanlegte Kissenschlacht folgten. Da meine besten Freunde es vorzogen sich eine weibliche Begleitung für die Nacht zu verschaffen. Ging ich mit Yoann und weiteren bemerkenswert sympathischen Franzosen ins sogenannte "Basement". Diesen perfekt ausgestatteten Party-Keller hatte ein Grieche für Erasmusstudenten eingerichtet, da er seinen eigenen „Erasmus Spirit“ am Leben halten wollte. Er, nun gut 40, war vor 15 Jahren selbst in Spanien und fand es so klasse, dass er nun Kicker, Musikanlage, Fernseher und Bier (für 75Cent, mit Ouzo-Schuss 1€) feilbietet.
Zu Hause um 5.30 Uhr.
2) Donnerstag: Erasmus-Party und Double-Birthday im Figaro.
Es ist einer meiner weniger geliebten Clubs. Daria aus Polen und Lucka aus Tschechien feierten dort ihren Geburtstag - die eine heraus, die andere hinein. „Pre Party“ war dieses Mal im Matsi-Wohnheim, wo so ziemlich die Hälfte meiner engeren Kontakte wohnt. Die Pre Party war, wie jedes Mal, jäh unterbrochen vom Gekeife, einer Rentnerin, die, warum auch immer, auch in diesem Wohnheim lebt und die sich, aufs neue, von unserem gut gelaunten Ambiente gestört wurde. Die halbe Stunde zum Club in klirrender Kälte haben wir dann auch schnell rumbekommen und nach einem Abend, dem ich 6,5 von 10 Sternen gebe, ging ich dann gemütlich meine 5 Minuten nach Hause.
Zu Hause um 5.45 Uhr.
3) Freitag: Campusparty in der Maschbau-Fakultät.
Nachdem uns schon zwei Hangover schachmatt gesetzt hatten, gingen wir es zunächst sehr ruhig an, trafen uns bei Romain, tranken so gut wie nichts und wussten auch nicht wohin uns der Abend trägt. Auf Matsi hatten wir keine Lust und für einen dieser "Fancy Clubs" waren wir zu kaputt. Also gingen wir auf einen 90Cent Double-Hot-Dog am Kamara-Platz, dem Treffpunkt Nummer 1in Thessaloniki und so eine Art Chemnitzer Zenti. Wir endeten nicht weit weg in Friedemanns Wohnung, wo uns sein sichtlich zugekiffter Mitbewohner (Amerikaner mit russischen Wurzeln) und ein mazedonischer Bekannter erwarteten. Nach einigen Runden Bier, süßem Schnaps und 4-5 SMS, die uns Übersicht über die freitagabendliche Lage verschafften, ging es also zum Campus. Jeden Freitag findet dort in der Faculty of Engineering eine typisch griechische 0815-Party statt. Der Laden ist voll, der Alkohol ist günstig und die Musik auch irgendwann erträglich. Man darf sich die Szenerie nicht wie eine typische Mensa-Party mit Organisation, Sitte und Ordnung vorstellen. Organisation: ein paar Studenten, die auflegen und einschenken. Sitte und Ordnung: fehl am Platz. Es hat Tradition, dass die Studenten das ganze Geschehen selbst bestimmen, sodass weder Polizei, noch andere ordnungsbestimmende Subjekte den Zutritt zum Campus wagen. So gehen jedes Mal mehrere Scheiben zu Bruch und die Flure sind übersät mit Graffiti und es interessiert buchstäblich "keine Sau". Die Maschbau-Fakultät ist ein Extrembeispiel, aber so sieht es fast überall aus.
- Zu Hause um 5.00 Uhr.
4) Samstag: Thanksgiving and Spanish Movie Party:
Nachdem ich, im Gegensatz zu den Tagen zuvor, nicht zwischen 14 und 17 Uhr, sondern schon um 11 mit aufgewacht bin, dachte ich mir "was solls" und machte mich sogleich an den Herd, um wie es mein Bandkollege Falko aus Dresden einmal so schön formulierte "Klitscher aus Klotzsche" zu kochen. Denn es war Thanksgiving und Maria aus New York hatte mich und eine breites Portfolio aus west-mitteleuropäischen Landen eingeladen, jenes Fest mit ihr zu zelebrieren. Nach drei Stunden in der Küche und einem spannenden Spiel BVB vs. S04, das ich im Livestream verfolgt hatte, ging es also ans Ende der Stadt in eine gut 65qm große Wohnung, die Maria allein bewohnt (logisch, wenn man ein immenses Stipendium besitzt und bedenkt, dass man über 30min zum Campus braucht). Zu meinen Potatoe-Pancakes gab es zusätzlich noch Corn Soup und Salat, natürlich Turkey, Stuffing, Pumpkin und Rice, Pasta mit Cheese, Smashed Potatoes, Peaches mit Tuna, Cocos Cake und Cheese Cake mit Cheeries. Gott, ich bin immer noch satt! Sichtlich gebeutelt von dieser Völlerei aus Essen, Rotwein und belgischem Bier trieb es uns Männer noch einmal hinaus ins Zentrum. Wir schlugen im Basement auf und nach ein, zwei erfolgreichen Kicker- bzw. Bier-mit-Ouzo-Runden sowie einem seltsamen Gespräch mit einem gut 40 Jahre alten Spanier, führte uns der SMS-Verkehr zu einer spanischen Party. Endlich eine Party in einem dieser berühmten „Spanish Flats“. Die Spanier hatten irgendwie das Motto verfehlt. Das eigentliche war "Filmcharaktere", aber es sah eher nach einer Bad Taste Party aus, zu der es ausschließlich spanische Musik hagelte. Der Lärmpegel war überaus hoch! In anderen Wohnungen wäre um 23 Uhr schon längst entweder die Polizei oder der 80 Jahre alte Nachbar mit Pyjama und Besen erschienen. Insgesamt war es irgendwie so grotesk und witzig, dass wir uns bis 6.30 Uhr am Leben hielten und ich nach einem letzten 90-Cent-Hot-Dog schließlich
um 7.00 Uhr zu Hause war.
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