Wie bei vielen Gelegenheiten im Leben so entpuppt sich auch während eines Auslandsaufenthaltes mit integriertem Studium auch diese Wahrheit: Nach einem Hoch kommt ein Tal, nach diesem Tal ein Hoch, usw. Der Sonntag gehört eindeutig zu den Hochs. Das erste große Treffen mit Erasmusstudenten (Spanier, Franzosen, Deutsche, Polen, Belgiern, Iren, Italienern und täglich kommen neue hinzu). Es war echt spannend und nett zugleich. Wie auch zu Hause kommt man mit manchen sofort klar (z.B. Romain aus Rennes), mit anderen jedoch weniger (d.h. zähe Gespräche bzw. Ausschweigen). Das Feld der Erasmus-Studenten ist echt bunt gemischt. Vom Über-Nerd bis zum Sunny-Boy ist alles Vertreten. Auffällig sind besonders die „Hibbeligen“ unter ihnen. Nach einer kurzen Bootstour durch das Hafenbecken folgte Spaziergang und Taverne. Am Ende kratzten im hiesigen Wohnheim alle Bewohner ihre Reste für die Gäste zusammen, die sie erst seit einem halben Tag kannten. Auch das ist Erasmus! Heute dagegen das mächtige Tal- und andere Politikwissenschaftler im Ausland können davon ein Lied singen. Gerade mal einen einzigen Kurs bieten die Damen und Herren der PoWi hier in Englisch an, was mich dazu nötigt auf Jura, auch bekannt als „Recht“, auszuweichen. Die erste Einheit heute war von dementsprechender Motivation gekennzeichnet. Es bot mir allerdings einen netten Einblick in die Spezies „Juristen“. Ein Urteil ist zu diesem Zeitpunkt etwas vorschnell. Die zwei Wissenschaftlerinnen dieses Kurses waren dennoch sehr nett zu mir und wir versuchten irgendwie einen neuen Stundenplan für mich zusammenzufriemeln. Nächste Woche kehrt endlich der für mich verantwortliche Tutor zurück und im besten Falle bekomme ich 1-2 sogenannte „private tutorials“, also Privatstunden im wahrsten Sinne des Wortes. Weniger aus Langeweile aber mehr aus Neugier treffe ich mich Ende der Woche mit einem „buddy“, also ein/eine StudentIn, die sich um ihre ausländischen Zöglinge (nicht ganz uneigennützig) kümmert. Mein Buddy wird Eri sein, eine griechische Studentin, die mich mit fehlerfreiem Deutsch kontaktiert hatte. Ich bin sehr gespannt/ I’m really excited, though! Vielleicht kriege ich eine nette Geschichte über die Streiks zu hören.
Die kommenden Tage werden also ein Ringen um einen vernünftigen Stundenplan und ein Kampf um Ausnahmeregelungen für einen einzelnen PoWi aus Karl-Marx-Stadt. Die Zeit werde ich mir aber erst einmal mit den „French Guys“ vertreiben, die mir echt sympathisch sind, da ich mir oft wie ihr Englischlehrer vorkomme. :)

Meine beiden Mitbewohner

Boat Trip
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