Mittwoch, 19. Oktober 2011

Stillstand. Tag 1

Zwei Tage Generalstreik warteten uns also auf mich. Zum Glück waren die meisten Geschäfte außerhalb der City geöffnet und auch die meisten Cafés hatten geöffnet. Wie auch in Athen hatten viele Geschäfte weniger aus Solidarität mit den Demonstranten geschlossen als vielmehr aus der Angst, dass Schaufenster und noch mehr zu Bruch gehen. Den großen Demonstrationszug habe ich leider buchstäblich verpennt.
Das Scharmützel zwischen Polizei und Schwarzem Block habe ich dann aus nächster Nähe verfolgen dürfen. Der Müll der sich auf eine furchtbar ekelerregende Weise immer breiter stapelt wurde kurzerhand in Brand gesetzt. Dementsprechend hat es dann auch gerochen. Die schwarz vermummten Demonstranten haben sich dann auf das Unigelände zurückgezogen, nachdem die Polizei mit Gummigeschossen geantwortet hatte. Leider hatte ich da noch nicht die Courage die Kamera zu zücken. Seit der Militärdiktatur in den 70er Jahren ist es Polizisten verboten den Campus der Unis zu betreten. Die Folge waren also duzende fliegende Steine, die über den Zaun des Campus hinweg in Richtung Polizei geworfen wurden. Steine in die eine Richtung - Tränengas in die andere. Ich hielt mich in ziemlicher Nähe auf und es war auch irgendwie irre spannend. Die Feuerwehr, die endlich die bestialisch stinkenden Müllhaufen beseitigen wollte, hat dann auch noch ein paar Salven Pflastersteine abbekommen. Als der Spuk sein Ende genommen und der Qualm sich gelegt hatte, bin dann in Richtung Campus gelaufen, vorbei an zerborstenen Autoscheiben. Andere Erasmus-Studenten erzählten mir dann von einer mittelschweren Verwüstung auf der Haupteinkaufsstraße.
Mal sehen was der morgige Tag bringt. Immerhin geht‘s Freitag in die Natur!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen