Mittwoch, 16. November 2011

Trip to Athos: Reisetagebuch part 1

Nach knapp zwei Wochen war es nun mal wieder Zeit für einen "Ausflug" und wie so oft entstand die Idee für diesen Ausflug mehr als nur spontan. Eines Morgens, ich war gerade mit zwei Deutschen auf der „2. Deutsch-Griechischen Städtetagung“ (größtenteils wegen dem kostenlosen Catering), stieß ein weiterer deutscher Erasmus-Student zu uns und erzählte von seinem Vorhaben zur Mönchsrepublik Athos zu reisen. Friedemann und ich waren hellauf begeistert und gingen nach einem ausgiebig zusammengeschnorrten Frühstück zum "Pilgrims Bureau Thessaloniki". Friedemann und ich hatten zwar unsere Ausweise vergessen, aber sagten zu, die grundlegenden Perso-Daten dem Bureau per Mail zu schicken. Bei Micha lief alles glatt.

Was ist Athos? Athos ist eine Halbinsel, die halbautonom von der griechisch-orthodoxen Kirche verwaltet wird. Man braucht eine Erlaubnis/ ein Visum von einem der zuständigen Pilgerbüros um dort hinzugelangen. Pro Tag ist es lediglich zehn nicht-Orthodoxen erlaubt die Halbinsel zu betreten und das auch nur für max. 4 Tage. Auf der Halbinsel selbst leben ca. 2000 Mönche in zumeist griechisch-orthodoxen Klöstern, Kirchengemeinden oder Einsiedeleien. Daneben existiert noch je ein russisch- und ein bulgarisch-orthodoxes Kloster. Weiterhin leben unzählige Saisonarbeiter auf der Insel: Handwerker, Holzfäller usw.
Was kann man dort unternehmen? Pilgern.: als von A nach B wandern,um Obdach und Mahlzeit zu ersuchen. Kurzum: laufen, beten, essen, schlafen.

Jedenfalls: Friedemann aus Brandenburg (Jurastudent), Michael aus Kiel (34 Jahre jung und Theologiestudent) und meine Wenigkeit fuhren also Freitagmorgen um 6.00 Uhr von Thessaloniki mit dem Bus nach Ouranoupolis, um mit der dort erteilten "Permission" mit einer der Fähren weiter die Halbinsel runter nach Dafni zu fahren. Leider lief da etwas mit Friedemanns und meiner Permission schief, da wir nicht im System waren. Er vermutete sofort, dass unsere Mails im Spam-Ordner des Pilgrims Bureaue gelandet sind. Shit. Keine Chance an diesem Tag nach Athos zu kommen. Micha zog alleine los. Friedemann und ich blieben total angepisst und vom Regenwetter gepeinigt am Hafen zurück. Und nun? Hostel suchen, hinlegen und den Typ in Thessaloniki die Leviten lesen! Das taten wir auch und wir erhielten die Zusage am Tag darauf die Permission zu bekommen. Wir vertrödelten den ganzen miesen Tag dann mit Biertrinken und herumwandern. In Ouranoupolis war nicht viel zu holen Mitte November. Das Hostel war echt gut und relativ preiswert und so ging der Tag auch schnell rum.

Tags darauf verlief alles sehr schnell. Wir bekamen die Permission und schon saßen wir im Schnellboot nach Dafni. Man konnte rein gar nix von der Umgebung erkennen, da die Fenster total mit Salz verkrustet waren und so blieb mir nur das Studieren der Passagiere. Die meisten waren Arbeiter und wurden hier und da unterwegs bei dem einen oder anderen Kloster abgeladen. Die meisten hatten einen nicht unerheblichen Vorrat an Wein und weiteren Köstlichkeiten bei sich.
In Dafni angekommen deckten wir uns mit allerhand Kartenmaterial ein und stießen mit einem kleinen 80cent-Bier auf unser eintreffen an. Micha stieß auch alsbald zu uns und wir schmiedeten gewaltige Pläne: 1. wir bleiben einen Tag länger, 2. wir nehmen eine Fähre Richtung Süden. Gesagt, getan und wir erreichten den zuckrigen Süden der Halbinsel. Atemberaubende Landschaft! Man kann es auf den Bildern sehen und ich glaube ich sollte nicht zu viele Worte darüber verlieren. Wir stiegen also beim ersten Kloster aus, sahen uns um, verpassten aber leider den Begrüßungsschnaps! Also gingen wir wieder eilig unserer Wege. Im nächsten Kloster, es war "schon" 15 Uhr, fand gerade die Abendmesse statt. Nach kurzem Gespräch mit einem jungen Mönch, war es uns erlaubt einzutreten aber nur in den Vorsaal, da wir keine Orthodoxen sind (ich gab während der ganzen Reise vor Protestant zu sein, wie die anderen beiden, da es für mich schwierig geworden wäre meine ungläubige Einstellung mit der sozialistischen Herkunft meiner Familie zu erläutern). Gleich darauf wurden wir zum Abendessen eingeladen, was ein wenig Aufsehen erregte, da wir auch einen eigenen Tisch bekamen. Wir waren übrigens total schlecht ausgerüstet: eine Flasche Wasser und so gut wie nichts zu essen dabei. Deswegen kam uns der Mahlzeit sehr gelegen: Oliven, Brot, Wasser und eine wirklich gute und dicke Mehlsuppe mit Kräutern und Gemüse aus dem Klostergarten.
Wir zogen nach einen herzlichen Verabschiedung der Mönche von Agio Pavlo wieder unserer Wege zum nächsten Plätzchen- einer kleinen Kirche mit nur wenigen Mönchen und Gästen. Die Frage, ob wir denn schon gegessen hätten verneinten wir mit freudigem Blick und schon saßen wir wieder vor einem Berg von Brot, Oliven und Spaghetti mit etwas Lammfleisch. Kräftigst gestärkt klauten wir wieder die übrigen Äpfel vom Tisch und gingen zur nächsten Messe. Ein gute Stunde murmelndes Griechisch kombiniert mit wohlriechendem Weihrauch oder Myrre (ja, ich glaube, es war Myrre…). Danach war der Ablauf klar. Zähneputzen und ab ins Bett…um 19Uhr. Vor dem Hintergrund, dass die erste Messe schon um fünf Uhr morgens weitergeht, war die Zu-Bett-Geh-Zeit ziemlich praktisch. Von den Sägewerkgeräuschen des Schlafsaals der Nach abgesehen, war es eine gemütliche Zeit in dem 12-Mann-Zimmer. Nach der Messe, dem überzuckerten griechischem Kaffee und Süßigkeiten machten wir uns gegen 8 Uhr auf den Weg, denn wir hatten großes vor…

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